Um es gleich am Anfang klarzustellen, dies ist kein Aufruf zum Boykott von Schlecker. Ich gebe hier nur meinem Unmut über die neuesten Machenschaften der Firma Schlecker Ausdruck.

Schlecker entlässt seine langjährigen MitarbeiterInnen um in den neuen Schlecker XL Läden mit billigen Arbeitskräften mehr Gewinn einzufahren. Die neuen Arbeitsplätze bei Schlecker XL werden auch noch über eine Personalagentur geheuert, eine Schlecker Tochter wer hätte das gedacht. Die Personalagentur ist zudem im Osten Deutschlands angesiedelt, so kann man noch einmal niedrigere Löhne bezahlen. So wandelt Schlecker seine „teuren“ Mitarbeiter in billigste Arbeitskräfte. Und das soll auch noch legal sein?

Begründet wird das von Schlecker damit, das die beiden Firmen Schlecker und Schlecker XL nichts miteinander zu tun haben. Ja, Schlecker XL ist eine eigenständige Firma aber dennoch ein Unternehmen von Anton Schlecker. Gibt es unter Managern und Firmenbesitzern keine Moral? Die kleinen Angestellten die ja schließlich das Einkommen der Großskopferten Manager erwirtschaften werden Entlassen und komischerweise sind die Führungskräfte davon nicht betroffen. Also ich könnte in der Firma kein Manager sein. Würd’ mich mal interessieren wie die das ihren Kindern erklären, wenn diese auf dem Schulhof beschimpft werden. Ach ich vergaß, die gehen ja bestimmt auf Eliteschulen, da sind die dann unter sich und werden auf ähnliche Karrieren vorbereitet.

Die Folgen für die Angestellten und uns sind drastisch. Viele der VerkäuferInnen müssen zusätzlich eine Aufstockung zu Ihrem Einkommen über das ALG II beantragen. Was Schlecker seinen Mitarbeiters  sarkastischer Weise empfiehlt. Und wenn das Geld zur Arbeitszeit nicht zum Leben reicht, wie sollen die VerkäuferInnen dann noch Altersvorsorge betreiben? Schlecker treibt seine Angestellten nicht nur in die Armut sondern sorgt auch dafür das die Altersarmut für Schleckermitarbeiter zum Standard wird. Dabei ist Anton Schlecker heute schon der siebt reichste Unternehmer in Deutschland. Sein Privatvermögen wurde von Forbes auf etwa 4 Milliarden Euro geschätzt. Das gibt zumindest Statistisch, wenn man alle Schleckermitarbeiter mit dem Chef in einen Topf wirft, ein super Durchschnittseinkommen.

Wo ist denn die Politik? Will denn keiner diesem Treiben ein Ende setzen? Auch die Menschen nehmen so etwas scheinbar einfach hin. Das versteh ich nicht! Sind wir denn schon so abgestumpft, das wir uns alles gefallen lassen? Kann sich denn niemand mehr an die Brend Spar und Shell erinnern? Damals wurde eindrucksvoll gezeigt, das die Verbraucher doch etwas bewirken können. Damals boykottierten die Kunden den Shell-Konzern und tankten einfach woanders.  So konnte die Versenkung der Brend Spar verhindert werden.

Ich denke auch ein Anton Schlecker müsste nochmal über seine Firmenpolitik nachdenken, wenn wir geschlossen wo anders einkaufen würden. Wir brauchen Schlecker und Schlecker XL nicht, die Firma Schlecker braucht uns aber als Kunden.

Die soll kein Aufruf zum Boykott von Schlecker oder Schlecker XL sein. Dazu soll sich jeder seie eigen Meinung bilden. Aber ich weiß wo ich in Zukunft einkaufen gehen werde.

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