Krise in Griechenland? Oder Krise für ganz Europa?

Ein paar unsortiert Gedanken zur Griechenlandkrise

Die „Lösung“ für die Griechenlandkrise nötigt mich mal wieder zu meckern. Langsam wandle ich mich auch in einen Wutbürger. Analysieren wir doch mal was die Ursachen für die Finanzkrise der Griechen sind. Das Die Griechen, wie alle anderen europäischen Länder auf der Schuldenwelle reiten setze ich dabei erst mal als gegeben voraus. Dazu später mehr.

In den Fokus der Bevölkerung kam Griechenland durch die Senkung des Ratings durch die Rating-Agenturen. Rating-Agenturen bewerten die Kreditwürdigkeit von Unternehmen und Staaten. Also letztendlich die Wahrscheinlichkeit ob der Kredit zurückbezahlt werden kann. Diese Rating-Agenturen wie Moody’s, Standard & Poor’s und Fitch sitzen alle in USA. Sie bewerten aber auch europäische Staaten und damit den Kreditverkehr untereinander und international. Ich zweifle an der Stelle mal an der Objektivität der USA-Basierenden Rating-Agenturen. Die USA hat, obwohl sie kurz vor der Staatspleite steht, immer noch Top-Bewertungen bei allen drei. Böse ist, wer denkt das könne an kommerziellen Überlegungen liegen.

 

Das Bewertungsprinzip und die Auswirkungen sind zwar einfach gestrickt, aber wie immer kommt die Phantasie der Heuschrecken (Banker, Börsenanalysten und weiteres gieriges Gesocks) hinzu. Die Grundregel für das Rating ist: Je schlechter das Rating, umso teurer die Kredite.

Was ist denn nun in Griechenland passiert, das zur Krise geführt hat?

Die Griechen haben wie nahezu alle anderen Staaten der EU über Jahrzehnte Schulden aufgebaut um sich die Gunst der Wähler zu kaufen. Solange die Rating-Agenturen die Griechen noch halbwegs gut beurteilt haben, bis etwa Pfingsten 2011, konnten die Griechen die Kredite, die sie brauchen um hauptsächlich Zinsen zu bezahlen, für einen relativ kleinen Zinssatz bekommen. Nachdem die Ratingagenturen Griechenland abgewertet haben, müssen sie für neue Kredite deutlich mehr bezahlen. Da das meiste Geld aber für Zinszahlungen verwendet wird bleibt für die sonstigen Kosten des Staates nichts mehr übrig. Also droht die Pleite.

Wenn man sich die steigende Verschuldung der europäischen Staaten und der USA ansieht, kann man davon ausgehen, das dies allen bevorsteht. Nur eine drastische Änderung des Systems kann die Staatspleiten noch abwenden. Natürlich ist die permanent steigende Verschuldung der Staaten eines der Hauptprobleme, aber wenn man sich die Geldströme ansieht, erkennt man den Fehler im System.

Geldströme, oder der Fehler im System.

Alle hochverschuldeten Staaten, und das sind bis auf wenige Ausnahmen alle wichtigen Staaten die die Weltwirtschaft bestimmen, können keine Rückzahlung ihrer Schulden mehr leisten. Sie bezahlen wenn überhaupt nur noch die Zinsen. Das ist aber nur ein Symptom und nicht die eigentliche Ursache. Ich sehe als Ursache das Bankensystem. Private Banken leihen sich für extrem niedrige Zinssätze Geld bei den Zentralbanken, geben das mit einem unverschämten Aufschlag an Unternehmen und Staaten weiter. Sie verdienen damit Riesensummen. Fallen aber durch ein Wackeln der Weltwirtschaft die Rückzahlungen aus, muss die Öffentlichkeit wieder die Banken mit billigen Krediten versorgen um einen Komplettabsturz zu verhindern. Der Gewinn ist privatisiert und der Verlust muss von der Gemeinschaft getragen werden.

Die Lösung der Griechenlandkrise?

Als Lösung für das Desaster in Griechenland werden letztendlich mehr Kredite gegeben. Klar die Griechen müssen sparen. Aber wir sehen ja an den Unruhen in Griechenland, das Volk unterstützt diese Lösung nicht. Geld aus dem Rettungsfond ist letztendlich auch nur ein Kredit. So kann die Pleite nicht dauerhaft abgewendet werden. Ganz klar: Das ist keine Lösung. Das ist nur eine Verschiebung der Krise in die Zukunft.

Ein Ausweg aus dieser Situation kann nur eine Inflation sein. Allerdings nur, wenn gleichzeitig das System grundlegend geändert wird. Ich bin kein besonders gläubiger Mensch, dennoch erinnere ich mich das es mal einen gab, der die Zinstreiber aus dem Tempel verjagt hat. (Danke Markus für den Gedanken) Einfache Lösungen haben oft einen ganz eigenen Charme. Die Banken aus dem System raus nehmen oder verstaatlichen, den USA zentrierten Rating-Agenturen nicht zuhören und das endlose Wachstum beenden. Dann haben wir nach ein paar Jahren mit hoher Inflation die Chance uns zu konsolidieren.

Klar dann verdient Kapital kein Geld mehr. Und das ist auch richtig so. Solange unser Lebensmodell darauf beruht ohne Wertschöpfung ein endloses Wachstum zu fordern wird sich nichts ändern. Ich habe daraus schon vor Jahren meine Konsequenz gezogen. Ich lasse mein Geld nicht für mich arbeiten.

Ich bin gespannt ob die Griechenlandkrise etwas verändert, oder ob alle wieder zum Tagesgeschäft übergehen wie nach der Lehmanpleite und die Probleme unseren Kindern hinterlassen.

3 Gedanken zu „Krise in Griechenland? Oder Krise für ganz Europa?“

  1. Das sehe ich ähnlich. Wir geben den Griechen Geld und die geben es direkt an die Banken weiter. Das ist kein Rettungsprogram für Griechenland sondern für die Banken. Mal wieder bezahlen wir die Heuschrecken.

  2. Wenn das Griechenland qualifiziert aus dem Euro auszutreten, dann folgen bald alle anderen Länder. Auch Deutschland lebt doch von der Hand in den Mund. Sogar wenn es wie im Moment mal besser läuft werden weiter Schulden gemacht um sich die Wählerstimmen zu kaufen.

  3. Es ist kein Wunder, warum Griechenland am Ende ist. Jahrzehntelang haben in Griechenland Konservative und Sozialisten die Verwaltung aufgebläht wie einen riesigen Luftballon. Wählerstimmen gegen Beamtenstellen – so lief das Spiel. Pro Einwohner leistete sich das Land zuletzt fünfmal mehr öffentlich Bedienstete als etwa Großbritannien. Der Apparat verschlang mehrere Dutzend Milliarden Euro im Jahr – Geld, das der Staat nie hatte. Das Land ist meines Erachtens am Ende. Auch, das Sparpaket wird Griechenland nicht auf die Beine bringen. Es wird Zeit, dass die Griechen aus dem Euro austreten.

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